Review PalmOne Wi-Fi Card P10952U (802.11b)
Seit September hat PalmOne eine WLAN-Karte für den SD-Kartenslot auf
dem Markt. Die Karte unterliegt ein paar Einschränkungen und
kann aufgrund hoher Hardwareanforderungen leider nicht auf jedem PDA
mit PalmOS verwendet werden, sondern nur auf den aktuellen
PalmOne-Modellen Tungsten T3 und Zire 72.
Die SD-WLAN-Karte ist etwa noch einmal um die Hälfte länger als
eine SD-Speicherkarte und beinhaltet in der aus dem Palm-Gerät
herausragenden Verlängerung die Film-Antenne für den
WLAN-Betrieb. Grundsätzlich kann sich die Karte in Wireless LANs
über den Access Point- sowie den sog. Ad-hoc-Mode einbuchen,
wobei ersteres einer Server-Client-Lösung mit WLAN Access Point
und letztgenannte Methode einem Peer to Peer-Verbindungsaufbau mit
anderen (gleichwertigen) Clients (z.B. mit einem anderen Palm oder
Notebook) entspricht. Der korrekte Verbindungsaufbau wird durch eine
grüne LED angezeigt und kann grundsätzlich nur mit einem
Wireless LAN nach 802.11b-Standard initiiert werden, was einem
maximalen Datendurchsatz von brutto 11 MBit/s entspricht
(herstellerspezifische Protokolle für bis zu 22 MBit/s werden
nicht unterstützt). WEP und VPN sind als
Verschlüsselungsoptionen möglich.
Installation
Da die Palm-Modelle nur einen Bluetooth-Stack enthalten, muss der für
den Wireless LAN-Betrieb durch einen Patch installiert werden. Die
entsprechende Software ist auf der Treiber-CD enthalten und muss
zunächst auf den Palm übertragen werden. Da PalmOne’s
Wifi-Installer 2.256 MB beträgt, empfiehlt es sich nicht die
Datei per Hotsync zu übertragen, sondern besser unter Benutzung
eines SD-Kartenschreibers oder über CardExport
(www.softick.com/cardexport2/
– ein ohnehin sehr nützliches Programm für den
Datentransfer) auf die SD-Speicherkarte und anschließend in den
Palm-Hauptspeicher zu kopieren. Durch Doppelklick werden die
entsprechenden Systemänderungen vorgenommen. Nach einem
automatischen Reset des Palm-Handhelds erscheinen unter
„Einstellungen“ zwei neue Menüeinträge in der
Sektion „Kommunkation“ – „Wi-Fi“ und
„VPN“.
Hierüber sind die Wahl des Wireless LANs und der VPN-Einstellungen für verschlüsselte Netzwerke möglich.
 
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Nach der Installation des Treibers
Nach der Installation und Wahl des Menüpunktes „Wi-Fi“
unter Einstellungen ist Wireless LAN zunächst noch
ausgeschaltet. Auch ein Einsetzen der WLAN-Karte ändert daran
nichts. Nach Aktivierung erscheint eine Eingabemaske, in welcher
verschiedene Netzwerkparameter eingegeben werden können, um das
gewünschte Wireless LAN näher zu spezifizieren. So können
hier der Netzknoten (Access Point oder Ad-hoc), SSID des Wireless
LANs aber auch die Verschlüsselung definiert werden.
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Die Karte im Praxistest
Leider bringt die Karte keinen zusätzlichen Speicher mit, so dass
sie nur exklusiv zu verwenden ist und man sich entscheiden muss, ob
man entweder auf Daten einer Speicherkarte zugreift oder in einem
Wireless LAN surft. Dadurch ist das Surfvergnügen natürlich
stark eingeschränkt, da z.B. Downloadmöglichkeiten den
Restriktionen des Betriebssystems PalmOS unterliegen. So sind
beispielsweise MP3-Downloads nicht möglich, da dieser Dateityp
nicht vom PalmOS akzeptiert wird. Wer dennoch Audio mit dem Palm
genießen will ist mit Streaming als Alternative gut bedient.
Beispielsweise lassen sich mit Pocket Tunes
(www.pocket-tunes.com/)
Shoutcast-Streams (www.shoutcast.com/)
entweder über das Internet oder vom heimischen Server die
Hitparade oder Hörspiele geniessen. Dazu sind nur wenige
Schritte notwendig.
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Eine andere Alternative des Dateizugriffs auf Dokumente entfernter
Windows-Server bietet WiFile (www.handshigh.com/html/wifile.html),
welches das SMB/CIFS Protokoll benutzt. Hierüber lassen sich
alle möglichen Dateitypen öffnen, vom Office-Dokument im
Word, Excel oder Powerpoint-Format bis hin zu MP3, WMA. Über
eine Samba-Installation lässt sich auch auf UNIX-Rechner
zugreifen. Aber auch mit Apple-Computern lassen sich Verbindungen
herstellen. Streams werden direkt an die entsprechende Applikation
auf dem Palm weitergereicht. So können über Pocket Tunes
auch hier MP3s abgespielt werden, was auf den Bildschirmfotos zu sehen ist.
Auch die Synchronisation mit dem PC und der Mailabruf funktioniert hervorragend mittels WLAN.
Ungewohnt schnell werden die Mails von den Mailkonten abgerufen und
vermitteln einem das Gefühl der Palm sei „runderneuert“.
Wer ansonsten per Bluetooth und über das Mobilfunknetz seine
Mails abgerufen und versendet hat, wird buchstäblich seinen
Augen nicht trauen können wie rasend schnell auf einmal der
Mailabruf erfolgt. Auch das Surfen im Web lässt sich - bis auf
das kleine Display und das Handling – durchaus mit dem PC
vergleichen.
Technisches
Die Karte hat eine sehr gute Empfindlichkeit. Während der Fahrt im
Auto und im Cradle des Navigationssystems (warum das nötig ist
wird später erläutert) bringt die Karte erfreulicherweise
eine Menge zu empfangende Wireless LANs zu Tage. Auf meiner rund 60
minütigen Tour durch die Nachbarschaft fand ich prompt ca. 60
Funknetzwerke.
Das Programm NetChaser (www.bitsnbolts.com/netchaser.html)
ist ein fast unentbehrliches Werkzeug und protokolliert unermüdlich
jedes Wireless LAN mit Netzwerkparametern, wie WEP, SSID,
Empfangspegel, etc. Schneller als das Notebook schlägt PalmOne’s
802.11b-Karte an und verrichtet auch bei knapp 140 km/h auf dem
Stadtring unermüdlich seinen Dienst. Über die
angeschlossene (Kabel-) GPS-Maus schreibt das Program die exakte
Position zur späteren Auswertung mit. Leider wird eine
Bluetooth-GPS-Maus von Netchaser nicht unterstützt, sonst wäre
die schöne heile schnurlose Welt perfekt.
PalmOne’s Wireless LAN-Karte P10952U ist eine Low-Power-Karte, da die Palms nicht viel
Strom über den SD-Slot liefern, wie die Konkurrenten der
Pocket-PC’s. Es gibt eine Hand voll WLAN-Karten für den
SD-Slot, allerdings sind diese aus besagten Gründen nicht auf
den Palm-Modellen lauffähig; auch fehlt ein entsprechender
Treiber. Obwohl es sich bei der von PalmOne rausgegebenen Karte um
eine Low-Power-Karte handelt, ist der Stromverbrauch „beachtlich
bis erschreckend“. Selbst bei bis an den Anschlag
runtergeregelter Bildschirmbeleuchtung hält ein voller Akku des
T3 keine 30 Minuten durch und quittiert seinen Dienst schon bei ca.
1/5 Restkapazität zuerst mit Batteriestandsansagen und
schließlich mit Abschaltung des SD-Karten-Slots.
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Das ist zu wenig für eine Überbrückung der Flugverschiebung
am Flughafen, oder um ein Hörspiel vom heimischen PC zu
genießen. Selbst ein „schlanker“ Medley der „Stars
on 45“ ist so nicht machbar. Dieses trübt den durchaus
positiven Gesamteindruck massiv und macht die Karte fast unbrauchbar.
Unter diesen Bedingungen kann man sie nur einsetzen, wenn ein
Stromanschluss in unmittelbarer Nähe vorhanden ist. So ist das
Streamen von Audiodaten zu nächtlicher Stunde als
Gute-Nacht-Musik nur dann ungetrübt möglich, befindet sich
der Palm mit WLAN-karte im Cradle auf dem Nachtisch. Wer seine Mails
unterwegs abruft, den Palm als mobiles Büro einsetzt, im
Internet recherchiert oder die Tageszeitung als MP3 streamt wird aus
zweierlei Hinsicht schnell zum Card Jockey. Erstens befinden sich
Programme sowie Daten auf der Speicherkarte, welche während der
Online-Sitzung nicht verfügbar sind. Zweitens sollte jede
Online-Bewegung so kurz wie möglich gehalten und anschließend
sofort die Karte abgeschaltet werden. Hier ist entsprechende Logistik
und ein gutes Backup (z.B. BackupMan, www.bitsnbolts.com/backupman.html)
gegen Totalausfall mit anschließendem Datenverlust
erforderlich. Im Auto hat mich mein Navigationscradle sehr gut über
die Runden gebracht. Ohne dieses wäre es fast unmöglich
gewesen. Das Reiseset von Palm tut hier auch gute Dienste, hält
dann allerdings den Palm nicht in sichtbarer Höhe im Cockpit.
Die Karte wurde nach europäischen Richtlinien (CE) von Nemko Finnland zugelassen und
ist auch entsprechend nach US-Amerikanischem Standard (FCC) zertifiziert, so dass man sich beim Betrieb der Karte keine weiteren
Sorgen durch die Funkstrahlung machen muss.
Fazit
Wer die Investition von knapp 130 EUR (Direkter Produktlink bei PalmAndMore)
nicht scheut, immer über eine Lademöglichkeit verfügt und ein nicht allzu verwinkeltes Wireless LAN sein eigen nennt, wird
mit dieser Karte für zu Hause seine Freude am schnellen Mailabruf oder sonstigen Netzwerkaktivitäten haben.
Geschäftsleute, die unterwegs online gehen wollen oder müssen, sollten sich bewusst sein, dass PalmOne’s WLAN-Karte die
Nutzungsdauer extrem schnell verringern kann und die Praktikabilität des „Wireless“ in Frage stellt, denn: Ein Stromkabel braucht man mindestens.
Wir danken www.PalmAndMore.de für die freundliche Bereitstellung des Testsamples.
Clemens Schuchert
Palm User Group Neuss/Düsseldorf
Wireless & Navigation Solutions
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